Wir empfehlen im März:


 Frank Schwarz:  Stefan Moster „Alleingang“ Roman
Mare Verlag 2019, gebunden, 362 Seiten
ISBN 978-3-86648-297-5, 24,- €

 

Freddy kommt raus. Er hat lange gesessen und ist jetzt auf dem Weg in ein neues Leben. Er ist nicht mehr der Jüngste, aber auf seinem Weg durch die Stadt denkt er an seine Kindheit und an die Jugend in den Achtzigern und wie  alles kam…
Der erste Tag in der Freiheit, das ist der rote Faden in diesem Roman von Stefan Moster. Stück für Stück erinnert sich Freddy an Episoden seines Lebens, vom kindlichen geheimen Fernsehtreff beim Nachbarsjungen (Boxkampf Foreman-Ali 1974) bis zum „Rohheitsdelikt“, das ihn die Freiheit kostete.
Moster erzählt die Jugend eines Außenseiters aus einer „asozialen“ Familie mit zwölf Kindern, in der die Oma alles zusammenhält und die kleinkriminellen Geschwister ständig „auf Montage“ verschwinden. Freddy gerät in ein anderes Milieu, er geht in der links-alternativen WG seiner studierenden Freunde ein und aus, fährt mit zu den Startbahn-Demos und gehört als KFZ-Azubi doch nicht richtig dazu. Als in den „offenen Beziehungen“ die Gefühle Achterbahn fahren, wird immer deutlicher, dass er seine Freunde und ihre Haltungen immer weniger versteht.Mit diesem Roman erzählt Stefan Moster eindringlich von einer Zeit, die viele Mittfünfziger geprägt hat und stellt die Frage, was von den Aufbrüchen, Diskussionen und Werten dieser Zeit geblieben ist.


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 Mirjam Alberti: Henning Mankell „Der Sprengmeister“
Zsolnay Verlag,  gebunden, 192 Seiten
ISBN 978-3-552-05901-6, 21,- €

 

Wir kennen ihn von zahlreichen Krimis, doch Henning Mankell hat auch eine andere Seite: seine sozialkritischen Geschichten. Mit dem „Sprengmeister“ hat der Zsolnay Verlag Mankells früheste Erzählung erstmals in Deutsch veröffentlicht.
 
Erzählt wird das Leben vom einfachen Arbeiter Oskar Johansson. Der Sprengmeister hat schon als sehr junger Mann einen lebensgefährlichen Arbeitsunfall überlebt. Mit schweren körperlichen Einschränkungen gründet er eine Familie, arbeitet in seinem Beruf, engagiert sich als Sozialist.
 
Bruchstückhaft und in Fragmenten lernen wir diese bescheidene Persönlichkeit kennen. Henning Mankell hat eine karge, nordische Erzählung gezaubert, die mit Oskar Johansson einen genügsamen, gerechtigkeitsliebenden Mann schildert.

 

 

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 Jeanette Jung: Imke Müller-Hellmann „Leute machen Kleider“
Osburg Verlag, gebunden, 2019, 284 Seiten
ISBN 978-3-95510-141-1, 22,- €

 

Die Menschen, die die Dinge unseres täglichen Lebens wie Nahrung, Kleidung, Möbel, technische Geräte  und vieles mehr herstellen, sind über die ganze Welt verteilt.
Wie wäre es denn, wenn genau diese Menschen, die  letztlich direkt mit uns zu tun haben, plötzlich an unserem Tisch sitzen würden und sich daran freuen, dass wir die von Ihnen gefertigten Produkte genießen? Im Prolog dieses Buches geht Imke Müller-Hellmann diesem Gedanken nach. Bis hin zu der witzigen Situation, als sie ihren PC einschaltet und plötzlich 5 Chinesen auf ihrer Couch sitzen.
 
Doch die Autorin verharrt nicht in diesem humorvollen Moment, sondern nimmt den Gedankengang zum Anlass, herausfinden zu wollen, wer die Menschen sind, die die Kleidung hergestellt haben, die sie am Körper trägt. Dies erweist sich jedoch als fast unmöglich. Mit unerschütterlicher Hartnäckigkeit bearbeitet sie die Konzernzentralen der betroffenen Markenfirmen, um einen Kontakt herzustellen. Nicht immer ist sie erfolgreich.
 
Die weltweite Recherche offenbart dennoch die Probleme und großen Themen unserer Gesellschaft. Imke Müller-Hellmann hat es mir durch dieses Buch möglich gemacht, in bisher gänzlich fremde Welten einzutauchen. Welten die weit weg zu sein scheinen von meinem Alltag. Trotzdem begleiten sie mich täglich indirekt durch die Kleidung, die ich trage und die Alltagsdinge, die ich benutze. Beim Lesen dieses kurzweiligen Buches habe ich vor allem die Ausdauer der Autorin bewundert um die gesteckten Ziele irgendwie zu erreichen. Im Übrigen hat es natürlich auch die meine Nachdenklichkeit befeuert darüber wie „wir aus der westlichen Welt“ uns auf dem Rest der Welt „benehmen“...

 

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Wir empfehlen im Februar:


 Jeanette Jung: Mary Beard „Frauen & Macht“
Fischer Verlag, gebunden, 2018, 108 Seiten
ISBN 978-3-10-397399-0, 12,- €

 

„Der Drops mit der Gleichberechtigung ist noch nicht gelutscht“ wie es die junge Autorin Hanna Herbst in einem anderen Buch so richtig formuliert. Wir dürfen seit gerade mal 100 Jahren an den Wahlen teilnehmen – ein großer Erfolg über den wir uns freuen können. Aber vieles liegt beim Thema Gleichberechtigung auch heute noch im Argen. Zwei Drittel der weltweit in Armut lebenden Menschen sind Frauen. Sie stellen mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung, besitzen aber nur 1% des Eigentums. Nur 5% der globalen Unternehmen werden von Frauen geführt. Ich könnte diese traurige Liste noch beliebig verlängern mit Beispielen aus allen Lebensbereichen.
Mary Beard hat zwei Vorträge zum Thema Frauenrechte in einem kleinen Bändchen zusammengefasst. Mary Beard lehrt an der Cambridge University Alte Geschichte. Sie gilt in der angelsächsischen Welt als die bekannteste lebende Althistorikerin und zugleich als eine der streitbarsten. Immer wieder schaltet sie sich in aktuelle Debatten ein
In Ihrem Buch geht es um die Stimme von Frauen in der Öffentlichkeit und um Frauen, die an der Macht sind oder danach streben. Mit brillant kombinierten Beispielen aus der Antike wird deutlich, wie wenig sich unsere Gesellschaft an manchen Punkten seit dieser weit zurück liegenden Zeit fortentwickelt hat, auch wenn wir das im Alltag oft gar nicht merken. So sehr haben wir als Frauen bestimmte Dinge verinnerlicht.
Mary Beard hat ein flammendes Plädoyer dafür geschrieben, dass Frauen nicht weiter versuchen sollten, sich den vorhandenen Männerstrukturen der Macht anzupassen, um „nach oben“ zu gelangen. Vielmehr müssen die Strukturen selbst erneuert und an unser Leben angepasst werden. Sachlich fundiert und dabei sehr unterhaltsam und gut zu lesen. Wir Frauen haben noch viel zu lernen, denn wie sagt die Autorin so schön: „Die abendländische Kultur ist seit Jahrtausenden darin geübt, Frauen den Mund zu verbieten“. Ein kurzer Text mit viel Sprengkraft, wie ich finde.

 

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 Mirjam Alberti: Andreas Eschbach „Teufelsgold“
Bastei Lübbe Verlag,Taschenbuch, 510 Seiten
ISBN 978-3-4041-7727-1, 11,- €

 

Hendrik Busske findet in einem Antiquariat ein außergewöhnliches Buch. Es beschreibt mittelalterliche Erfahrungen mit der alchemistischen Produktion von Gold. Damit kommt ein Stein ins Rollen, der nicht nur sein Leben verändern wird.
 
Nach dem Ende der Kreuzzüge ist zum ersten Mal der „Stein der Weisen“ aufgetaucht, ein unheilvolles Element, mit dem man Gold herstellen kann. Gefährliches Gold – denn es ist radioaktiv…
 
Mittelalterliche  Dokumente, verwunderliche Alchemisten, Geheimorden, die bis heute tätig sind und moderne Physik - wieder hat mich Andreas Eschbach mit seinem spannenden Roman mitgerissen.

 

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 Frank Schwarz:  Dörte Hansen „Mittagsstunde“
Penguin Verlag, gebunden, 320 Seiten,2018
ISBN 978-3-328-60003-9, 22,- €

 

Ingwer, Marret, Sönke. So heißt man in Nordfriesland. Ingwer lebt in Kiel und arbeitet an der Uni. Sein Sabbatjahr nutzt er zur Rückkehr ins Dorf,  zur Begegnung mit der Vergangenheit, wo er als unehelicher Sohn von Marret im Gasthof von Oma und Opa Feddersen aufgewachsen ist. Und was hat sich nicht alles verändert seit den sechziger und siebziger Jahren. Manchmal kommt Ingwer aus dem Staunen nicht mehr heraus, wenn ein ehemaliger Mitschüler mit seiner Line-Dance-Gruppe im Westernlook im großen Saal des Gasthofes auftaucht. Oder wird ganz melancholisch, wenn er an den Fluss der Zeit denkt, und wie er im Leben trotz der drohenden Fünfzig Lebensjahre noch keinen Platz gefunden hat. Dann hilft nur Neil Young beim Autofahren.
Überhaupt der Tanzsaal. Was der alles gesehen hat in den Jahrzehnten! Auch davon erzählt dieses Buch. Dörte Hansen ist ein wunderbar gefühlvoller Roman über das Dorfleben im Wandel der Zeit gelungen. Was im Roman wie ein Klischee aussieht ist nur genau beobachtet. Typen, Geschichten, Schicksale von damals und heute ergeben ein großes Mosaik des Dorfes Brinkebüll. Anrührend sind die Szenen, in denen die Demenz der Großmutter sowie die Sturheit des Großvaters, dem er bei der Körperpflege hilft, geschildert werden.
Ein menschenfreundlicher, kluger Roman über Vergangenheit und  Gegenwart, den ich mit viel Gewinn gelesen habe.


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Wir empfehlen im Januar:


 Mirjam Alberti: Meg Wolitzer „Das weibliche Prinzip“
DuMont Verlag,  gebunden, 496 Seiten
ISBN 978-3-8321-9898-5, 24,- €

 

Meg Wolitzer ist eine Autorin, die mit ihren besonderen Romanen ganz die aktuelle amerikanische Erzählkunst verkörpert. Auf fast 500 Seiten darf der Leser einige Personen mit vielen Facetten kennenlernen und sie einige Jahrzehnte begleiten. Mit Liebe und wachem Blick für die Themen unserer Zeit lässt sie die Figuren lebendig werden.
Faith Frank ist seit Jahren eine Schlüsselfigur in der Frauenbewegung. Sie ist schlagfertig, entschlossen und besonders ihre warme und zugewandte Persönlichkeit zieht Frauen aller Generationen an. Doch manchmal fragt sie sich, ob der "linksliberale Häppchenfeminismus" eine Antwort auf die brennenden Fragen des neuen Jahrtausends ist?
Die junge Greer Kadetzky stolpert mehr schlecht als recht durch ihre Jugend und kann es kaum glauben, dass sie überraschend einen Job in Faith Franks Stiftung bekommt. Doch wie lebt man Aufrichtigkeit, Gleichberechtigung und Liebe im eigenen Leben?


"Die Interessanten" von Meg Wolitzer gibt es nun als ansprechendes Taschenbuch, "Das weibliche Prinzip" als schönes Hardcover - genug Stoff, um eine wunderbare Autorin kennenzulernen.

 

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 Katharina Schütz: Louisa Dellert„ Mein Herz schlägt grün: Weltverbessern für Anfänger - Herzblut statt moralischer Zeigefinger“
Komplett Media, kartoniert, 208 Seiten
ISBN 978-3-8312-0471-7, 18,- €

 

Die Themen Klimawandel, Umweltschutz und Nachhaltigkeit haben es inzwischen (leider) in den Blick der Öffentlichkeit geschafft und gehören auch zu den Trendthemen im Buchhandel des letzten Jahres.


Neben mehr Sport, gesünderem Essen, Achtsamkeit,… könnte man ja auch in der Hinsicht ein paar gute Vorsätze fassen. Es gibt viele Möglichkeiten, etwas Gutes für sich und die Umwelt in den Alltag zu integrieren.


Louisa Dellert zeigt in ihrem Buch viele verschiedene Aspekte, die wir einfach bewerkstelligen können. Dabei kann sich jeder das raussuchen, was am einfachsten zu realisieren ist. Keiner kann alles schaffen, aber jedes bißchen hilft. Bei der Lektüre findet man vielleicht sogar Sachen, die man schon längst als normal betrachtet und regelmäßig praktiziert. Bei anderen Themen bekommt man interessante Zahlen und Fakten an die Hand gegeben und Ideen, wie man sie umsetzen kann.

 

Meine Empfehlung für den Start in ein gutes neues und in mancher Hinsicht hoffentlich besseres neues Jahr.


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 Jeanette Jung: Mely Kiyak „Haltung“ - Ein Essay gegen das Lautsein
Duden Verlag, gebunden, 2018, 64 Seiten
ISBN 978-3-411-71765-1, 10,- €

 

Als kritische linke Journalistin hat Mely Kiyak die letzten Jahre damit verbracht, sich bei jeder Gelegenheit mit Widerspruch zu Wort zu melden, wenn aus der rechten Ecke mal wieder Unerträgliches zu Lesen und Hören gewesen war. Sie meint, man hätte sie mitten in der Nacht wecken können und sie hätte alle unsäglichen Äußerungen von Rechten aus dem Stand in Einzelteile zerlegen können.
Doch hat es was genutzt? Plötzlich wurde Mely Kiyak klar, dass es keine Pflicht zu dieser Entgegnung gibt, dass man Dinge auch einfach mal unkommentiert stehen lassen oder ignorieren kann. Dass man auch mit Schweigen einen Gegenpart zu rechtem Gedankengut setzen kann.
In ihr reifte zusätzlich die Gewissheit, dass man mit Diskussion (gleich ob mit Reden oder Schreiben) in den meisten Fällen bei Menschen mit rechter Gesinnung nicht weiterkommt. Mely Kiyak möchte sich fortan nicht mehr von solchen Wortgefechten bestimmen lassen, sondern diese unsäglichen Einwürfe auch einfach einmal ignorieren und sich mit anderen Dingen beschäftigen.
In Ihrem Essay legt sie dar, dass das menschenverachtende Gedankengut zwischenzeitlich schon so weit in unserer Gesellschaft angekommen ist, dass es ganz anderer Mittel bedürfte, um dem etwas entgegen zu setzen. Warum werden Mitgliedern der AFD Plattformen im Fernsehen angeboten? Warum verlassen nicht einmal alle demokratischen Parteien den Bundestag, wenn sich die Fraktion dieser Partei einmal wieder völlig daneben benimmt? Warum meinen etablierte Parteien am rechten Rand „fischen“ zu müssen, statt sich auf ihre eigentlichen Werte zu besinnen? Warum reden alle davon, dass es an der Zeit sei „Haltung zu zeigen“, aber niemand zeigt diese Haltung und was wäre das dann eigentlich?
Ein kleines Buch, das einen großen Eindruck bei mir hinterlassen hat und mich so sehr beschäftigt, dass ich es schon zum zweiten Mal lese. „Haltung – Ein Essay gegen das Lautsein“ beinhaltet eine klare Ansage, die mir sehr gut tut und in der ich mich gut wiederfinden kann. Ich lege Ihnen dieses Büchlein daher heute sehr ans Herz!

 

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Wir empfehlen im Dezember:


 Mirjam Alberti: Juli Zeh „Neujahr“
Luchterhand Verlag, gebunden, 192 Seiten
ISBN 978-3-630-87572-9, 20,- €

 

Henning ist mit seiner Familie über Sylvester auf Lanzarote. Sein Leben läuft so mittelmäßig, das Gefühl überfordert zu sein, ist sein treuer Begleiter.

 

 

Am Neujahrmorgen radelt er endlich den Berg hoch, der schon seit Tagen ruft. Jeder Höhenmeter wirbelt mehr inneren Staub auf und bringt seine seelischen Wunden an die Oberfläche. Juli Zeh erzählt von einer frühkindlichen Traumatisierung und von der Erleichterung, wenn man endlich weiß, was damals passiert ist.

 

 

Mit ihrer unnachahmlichen Art hat Juli Zeh wieder einen äußerst spannenden Roman geschrieben, den ich bis zur letzten Seite nicht mehr aus der Hand legen konnte.

 

 

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 Frank Schwarz:  Georges Simenon „Maigrets Pfeife“ Bd. 1
Kampa Verlag, Leinen gebunden, 88 Seiten, 2018
ISBN 978-3-311-13101-4, 9,90 €

 

Natürlich handelt es sich bei dieser langen Erzählung um eine Petitesse- aber zum Auftakt der neuen Simenon-Ausgabe im Kampa-Verlag ein wunderbarer Einstieg in den Maigret-Kosmos.

 

Filme schauen allein genügt nicht, die Welt von Kommissar Maigret erschließt man sich lesend, an einem Samstag- oder Sonntagnachmittag, in Hausschuhen im Sessel; rauchend, wenn Sie mögen.

 

Und genau darum geht es: Maigret sucht seine Pfeife, jemand muss diese aus dem Büro gestohlen haben und das ist überhaupt der einzige Grund, der ihn veranlasste, diesem Fall der geschwätzig nervenden Frau mit dem seltsamen Söhnchen nachzugehen, er hat einen Verdacht.

 

Diese wunderbar gelungene Erzählung beschwört die typische Atmosphäre der fünfziger Jahre herauf, die Arbeit der Polizei in jener Zeit, das Leben und Denken der „kleinen Leute“.

 

Ein richtiger Kriminalfall, keine Posse und somit ein wunderbares Geschenk zum Nikolaus oder gar für unter den Baum, zusammen mit einer Flasche Cognac – perfekt!



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 Jeanette Jung: Harald Hartusch „Mystery – Die großen Mythen der Pfalz“
M + H Verlag, kartoniert, 2018, 146 Seiten
ISBN 978-3-9820344-0-9, 16,80 €

 

Nein, hier geht es nicht um mystische oder übernatürliche Vorkommnisse, wie ich zunächst befürchtet hatte. Ein Blick in dieses zeitschriftartige Heft belehrte mich schnell eines Besseren und ließ mich total begeistert zurück, daher jetzt auch diese unbedingte Empfehlung für den Pfälzer Weihnachtsgeschenke-Tisch.


In der Reihe „BonJour Deutschland“ ist diese Broschüre gerade frisch erschienen und macht mit seiner  gelungenen fotografischen Aufmachung und den unterhaltsamen Texten garniert mit praktischen Hinweisen große Lust alle diese „geheimnisvollen Orte der Pfalz“ selbst zu erkunden.


Die Reise geht dabei quer durch die Pfalz vom „Pfälzischen Warlord Franz von Sickingen“ über das „Jungfrauenbett“ als vorchristlichem Kultort in Frankelbach und den König und seine Femme fatale in Edenkoben zu den Rätseln der „Heidenkammer“ in Dahn und dem rekonstruierten Römerschiff in Neupotz und so weiter und so weiter.

 

Den Inhalt wiederzugeben würde hier den Rahmen komplett sprengen. Kommen Sie einfach zu uns in den Laden und verschaffen Sie sich selbst einen Überblick!Denn: In der Pfalz gibt es auch für uns Einheimische noch viel Besonderes und Rätselhaftes aus der Vergangenheit zu entdecken, „Mystery“ kann Ihr Reiseführer dahin werden.

 

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Wir empfehlen im November:


 Jeanette Jung: Fernando Aramburu „Patria“
Rowohlt Verlag, gebunden, 2018, 768 Seiten
ISBN 978-3-498-00102-5, 25,- €

 

„Patria heißt „Heimat“ oder „Vaterland“. Doch was bedeuten diese Begriffe im Baskenland? Dieser Roman eines Mannes aus dieser Region, der seit den 80er Jahren in Deutschland lebt, wurde in Spanien mit vielen Preisen bedacht und das völlig zu recht wie ich finde.
Da ist nicht nur die besondere sprachliche Fertigkeit mit der Aramburu erzählt, sondern auch der zutiefst berührende Inhalt. Bittori sitzt am Grab ihres Mannes, der vor über 20 Jahren von Leuten der ETA ermordet wurde, immer wieder kommt sie dorthin. Heute erzählt sie ihrem verstorbenen Mann, dass die zurückgeht in das Haus, das sie nach dem Mord verlassen hat, da die Anfeindungen der Nachbarn zu groß wurden. Sie will zurück, denn sie will herausfinden, ob der Sohn ihrer damals besten Freundin Miren der Attentäter gewesen ist. Keine leichte Situation für alle Beteiligten.
Aramburu schildert die bedrückende Situation der Jahre, in der die ETA das Sagen im Baskenland hatte und wie die Menschen versuchen damit umzugehen. Er erzählt aber auch davon, wie Familien und Freundschaften an der Situation zerbrechen und vor allem auch davon, wie schnell die Radikalisierung passiert und das Undenkbare denkbar wird. Der Autor hat gesagt, als die ETA noch existierte, hätte er diesen Roman nicht schreiben können. Er lässt alle Beteiligten gleichermaßen zu Wort kommen, wechselt oft die Erzählperspektiven und die Zeiten. Nicht nur deshalb handelt es sich bei „Patria“ um keine leichte Lektüre aber sehr lohnend und deshalb empfehle ich Ihnen diesen Roman heute ganz besonders!

 

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